Töpferkunst und Schmuck

Ein Laden voller Lieblingsstücke

 

Die Betreiberinnen der Fächerei in Magdeburg-Stadtfeld

Nancy Werth und Marlies Schäfer betreiben in Magdeburg-Stadtfeld die Fächerei, ein Geschäft für Handgemachtes. Foto: Doreen Richter

Von Doreen Richter

Tolle Kindersachen, witzige Mützen, Töpferkunst und Schmuck: Das Angebot in der „Fächerei“ auf der Großen Diesdorfer Straße ist vielfältig. Das Besondere: Die Ware ist immer selbstgemacht und stammt aus den Händen vieler Kreativer, darunter auch einiger Magdeburg-Stadtfelder.

Im Februar 2017 haben Nancy Werth und Marlies Schäfer ihre Fächerei eröffnet. Das Konzept: Wer handwerklich begabt ist und zum Beispiel näht oder Schmuck herstellt, kann hier ein Fach anmieten und seine Sachen zum Verkauf anbieten. Dabei müssen die Verkäufer nicht selbst im Laden stehen, denn das übernehmen die beiden Damen. Dafür gibt es bei einem erfolgreichen Verkauf eine Provision.

Sich nebenberuflich selbständig zu machen, darüber hatten die beiden Freundinnen schon eine ganze Weile nachgedacht. Nebenberuflich deshalb, weil beide noch in Teilzeit in einem Möbelhaus angestellt sind. „Irgendwann haben wir gesagt: ‚Jetzt machen wir das!‘ Natürlich in Absprache mit unserem Arbeitgeber.“

Das Geschäft führen beide nun abwechselnd außerhalb der Arbeit. Darum ist der Laden auch wochentags „nur“ von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag kann er von 10 bis 14 Uhr besucht werden.

Bevor die Idee in die Tat umgesetzt werden konnte, hieß es, eine passende Geschäftsfläche zu finden. „Wir haben uns einige Objekte angeschaut und sind am Ende hier sehr glücklich gelandet“, sagt Marlies Schäfer. Durch zwei naheliegende Kitas und die Landesfrauenklinik habe es von Anfang an eine offene Kundschaft gegeben.

Als der Laden gefunden und alle bürokratischen Hürden genommen waren, ging es darum, Verkäufer zu suchen, die ihre Waren in der Fächerei anbieten wollten. „Wir haben über die sozialen Medien aufgerufen, bei uns mitzumachen. Das hat ganz gut geklappt“, berichtet Nancy Werth. Dennoch habe das Geschäft am Anfang etwas leer gewirkt. Etwa zehn der rund 50 Fächer waren damals vermietet. Gut Ding braucht eben Weile, und so füllte sich das Lädchen nach und nach mit tollen kleinen Dingen. Für die Preise sind die Verkäufer selbst verantwortlich, darauf nehmen die Fächerei-Chefinnen keinen Einfluss. „Aber wir beraten natürlich bei Bedarf, was ein angemessener Preis für eine Arbeit sein könnte.“

Doch wer verkauft seine Sachen eigentlich in der Fächerei? „Das sind meist Frauen, einige aus Stadtfeld. Aber wir haben auch einen Mann, der Schmuck herstellt und ihn bei uns anbietet“, erzählen die Inhaberinnen. „Zum großen Teil haben wir Nähwerke hier, viel für die ganz Kleinen, aber auch für ältere Kinder ist einiges zu finden. Auch Bestellungen seien möglich, beispielsweise für Schultüten oder für Geschenke mit einem Namen zur Geburt.

Heute, ein Jahr später, sind die Fächer im Geschäft fast alle voll. Und auch die Verkaufstische präsentieren die schönsten Handarbeiten. „Wir haben uns ein tolles Netzwerk an Verkäufern aufgebaut, alles ist sehr familiär“, sagt Marlies Schäfer. Dabei sieht man den Dingen die Mühe der Macher an. Schöne Materialien, liebevolle kleine Details und eine durchweg gute Qualität sprechen für sich. Ein Laden voller Lieblingsstücke ist es geworden.

Das Geschäft läuft gut, die Stadtfelder Kundschaft hat die Fächerei herzlich aufgenommen. Expansionspläne gibt es aber dennoch nicht: „Wir haben mal kurz darüber nachgedacht, einen zweiten Laden in der Stadt zu eröffnen. Aber dann haben wir uns dagegen entschieden. Wir haben gerade soviel Spaß, genau so soll es bleiben“, sind sie sich einig.

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