Ein gemeinsames Haus

Die evangelische Kita „Paulus“ an der Schrote“

Evangelische Kita Paulus in Magdeburg

Foto: Axel Fichtmüller

Von Axel Fichtmüller

In direkter Nachbarschaft zur Pauluskirche in der Goethestraße 24 befindet sich die Kita „Paulus“. Sieben Betreuerinnen kümmern sich um 53 Kinder ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Vor dem Hintergrund einer weltanschaulich evangelischen Ausrichtung setzt das Team um Leiterin Antje Leitel auf offene pädagogische Arbeit, die den Selbstbildungsprozess der Kleinen unterstützen soll. Bewegung, musikalische Frühbildung, Natur hautnah erleben und die ungezwungene Auseinandersetzung mit evangelisch-christlichen Themen bilden die vier Eckpfeiler des Einrichtungskonzeptes.

Gegründet wurde die Einrichtung in Trägerschaft der Magdeburger Stadtmission e.V. vor 140 Jahren. Antje Leitel, seit November 2013 Leiterin der Kita, beschreibt das pädagogische Konzept: „Mit unserer Arbeit versuchen wir die individuellen Stärken der Kinder zu entfalten. Unabhängig davon ist die Konfession, oder eben Konfessionslosigkeit, kein Kriterium für die Aufnahme bei uns.“ In altersübergreifenden Gruppen stärken die Betreuerinnen die Selbstständigkeit, Sozialkompetenz, Rücksichtnahme sowie Eigenverantwortlichkeit ihrer Schützlinge. In Vorbereitung auf die Schule rücken dann erweitert Zahlenübungen, das Lernen und Wiedergeben von Texten. Aber auch alltägliche Fähigkeiten wie das Schuhebinden oder die Federmappe ordentlich zu packen werden geübt.

In der Sternengruppe mit 13 Kindern werden die Kleinsten bis zum dritten Lebensjahr betreut. Danach teilen sie sich in Sonnen- und Mondgruppe auf, mit jeweils 20 Kindern. Die Räumlichkeiten der einzelnen Gruppen im Haus haben dabei alle den Charme eines Wohnzimmers, bedingt auch durch die Architektur des Gebäudes. Vielseitig gestaltete Sitz- und Spielecken vor großen Fenstern und für einen Altbau typische hohe Decken stellen ungezwungen die gewünschte familiäre Atmosphäre her.

Das Außengelände bietet mit Spielgeräten und Flächen viel Platz für Bewegung und Entspannung. Durch den gesamten Tagesablauf zieht sich Musik, so werden zum Beispiel die Gebete beim Morgenkreis gesungen. In Zusammenarbeit mit dem Konservatorium Georg Philipp Telemann gibt es Angebote zur musikalischen Früherziehung und die freiwillige Teilnahme am Chor in der Paulus-Singschule. Die Religionspädagogik spielt als vierter Eckpfeiler des Konzepts eine tragende Rolle, religiöse Themen werden altersgerecht in die tägliche Begleitung der Kinder eingeflochten. Dass diese Themen Gesprächsstoff mit sich bringen, weiß auch Antje Leitel: „Natürlich kommen die Kinder dann auch mit Fragen nach Hause. Darüber müssen sich die Eltern dann bewusst sein, und das sprechen wir bei der ersten Begegnung auch an.“ So können sich Eltern thematisch auch direkt als Teil des Elternrats bei der aktiven Mitgestaltung der Betreuung ihrer Kinder engagieren.

„Ich wünsche mir weitere 140 Jahre“, blickt Antje Leitel in die Zukunft. „Wir haben teilweise schon generationsübergreifend Familien betreut, wo Kinder wieder nach Magdeburg zurückgekehrt sind und nun gezielt auf uns zukommen. Dieses Familiäre möchte ich gern bewahren.“

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